Germany’s Next Topmodel

Die Lanxess–Arena in Köln ist mit 15.000 Zuschauern gefüllt, die Stimmung ist gewaltig. Die finale Topmodelfolge wird live für ein Millionenpublikum ausgestrahlt. Und hier stehe ich nun neben der Bühne, schaue auf den kleinen Kontrollmonitor und warte auf den großen Moment. Die Mädchen (wie Heidi gerne sagt) gehen über den Laufsteg, versammeln sich in der Bühnenmitte, wo drei überdimensionale Diskokugeln über ihren Köpfen herabgelassen werden. Ich bin vermutlich nervöser, als wenn ich selbst auf der Bühne stehen würde und halte nun für dreißig unendlich lange Sekunden den Atem an.

Aber der Reihe nach:
Bereits ein knappes Jahr zuvor bat mich die Münchner Produktionsfirma Tresor TV (die unter anderem auch Popstars und Super Nanny produzieren) Ideen für magische Showeffekte einzureichen. Viele Konzepte standen im Raum – wenige Wochen vor der Sendung entschied man sich dann für den „magischen Kleiderwechsel“. Aufgabe: in einer einzigen Sekunde sollen alle drei Model-Anwärterinnen ihre Designerkostüme wechseln – und zwar nur unter der Abdeckung von Konfetti.

„Quickchange“ ist natürlich kein neues Thema für mich.
In meiner Show „Vom Tellerwäscher zum Millionär“ verwandele ich dem Thema entsprechend meine Kleidung, bei „Verstehen Sie Spaß?“ tauschte ich gleich mehrfach die Anzüge und in „Unglaublich (RTL)“ sogar ein klatschnasses gegen ein anderes trockenes Outfit.

Seit jeher genieße ich bei Quickchange-Projekten die Unterstützung von Petra Bohnenberger (www.stagedress.de). Gemeinsam planen wir die die Effekte und Petra setzt diese mit unglaublichem konzeptionellen und handwerklichen Geschick um.

Bei diesem Projekt gab es aber nun einige zusätzliche Herausforderungen.

Zum einen wurden nicht die Stoffe für die Kostüme verwendet, die sich am besten eignen würden, sondern die hochwertigsten, edelsten Materialien, um dem Topmodel-Anspruch gerecht zu werden.

Erste Zeichnungen für einen der Quickchanges (created by Matthias Maus / Ella Singh)

Als erstes stellte Nora Nüssner, in Abstimmung mit Heidi Klum, sogenannte “Moods” vor (ja, die Bezeichnung kannte ich vorher auch nicht), die die stilistischen Anforderungen festlegen. Hieraus entwickelt dann der Stardesigner Matthias Maus von Ella Singh erste Zeichnungen. Gemeinsam mit seinem Team wurden dann in mehreren persönlichen Treffen die unterschiedlichen Anforderungen mit viel Geduld und Ausdauer zusammengefügt.

Während ich selbst Tage mit Proben verbringen würde, war der Terminplan der Models proppevoll und wir hatten vorab gerade mal vier Stunden in einer Lagerhalle Zeit für die ersten Tests vor der Generalprobe.

Für manch einen mag das der Traumjob sein: Heidi Klums Topmodel-Kandidatinnen kurz vor Ihrem letzten großen Auftritt ins Kostüm zu helfen. Aber der Druck, dass alles funktioniert, ist gewaltig.

Auch die Generalprobe von Lady Gaga, der ich in kleiner Runde beiwohnen darf, gerät da zur Nebensache.

Seltsamerweise wirken Amelie, Jana und Rebecca wie bereits bei den Proben auch kurz vor dem Auftritt völlig relaxt. Ich bin mir nicht sicher, ob mich das beruhigt oder verunsichert.

Backstage mit den Topmodels 2011

Es werde Licht!

Dann ist es soweit. Die nächsten Sekunden werden über Erfolg oder Misserfolg des Projekts entscheiden. Ein Knall und das Konfetti aus den Discokugeln bedeckt für den Bruchteil einer Sekunde die Kostüme.

Vorbei in wenigen Sekunden! Wochenlange Vorbereitung… Wer geblinzelt hat, der hat es verpasst.

Mit Heidi Klum nach der erfolgreichen Show


Alle Bewegungsabläufe auf den Punkt perfekt ausgeführt – das zeichnet wohl angehende Topmodels aus. Die Anspannung löst sich schlagartig, die Mission als Magic Consultant ist erfüllt.
Heidi Klum spricht mir nach der Show ihre Begeisterung aus und lädt mich ein, in einer der kommenden Staffeln wieder für Sie aktiv zu werden.

Die After-Show in der Kölner „Wolkenburg“ besuche ich nur kurz, denn am nächsten Tag geht es schon weiter Richtung Baden-Baden zu Frank Elstners SWR-Sendung „Menschen der Woche“.

i-POP Culture Fest in Hongkong

In einem Starbucks in New York erreichte mich im Sommer eine Mail aus Hongkong, ob ich nicht meine iPad-Show auf Halloween anpassen und damit beim i-POP Culture Fest auftreten könnte.

i-POP Culture Fest organisiert von der TAO Company (Alfred Cheong)

YouTube sei Dank sitze ich also wenige Wochen später im Flieger und freue mich darauf das erste Mal Hongkong zu sehen.
Mitten in einer großen Mall namens “Wonderful Worlds of Whampoa” ist eine Ausstellung und eine Showbühne aufgebaut – hier finden nicht nur die Vorstellungen, sondern auch gleich am ersten Tag eine große Pressekonferenz, zahlreiche Interviews und Fernsehaufzeichnungen statt.

Zum Sightseeing bleibt nur ein Tag: ab zum Peak, ein Berg mitten in Hongkong, der Stanley Market im Süden und Kowloon, das Viertel mit der höchsten Bevölkerungsdichte weltweit. Ein kurzer Rundblick vom ICC 100, dem viertgrößten Gebäude der Welt und mein Touristen-Tag ist schon wieder vorbei.

Den drohenden Jetlag versuche ich zu bekämpfen, in dem ich einfach den europäischen Rhythmus beibehalte. Umstellung lohnt sich ja nicht für fünf Tage. Also probe ich nachts weiter meine neue Show “iPad Horror”, die ich nach meiner Rückkehr auch auf Youtube stellen möchte.

i-POP Culture Fest

i-POP Culture Fest Ausstellung in Hongkong

Dann endlich die Shows. Die lokale iPhone-Band rednoon und iPainting-Künstler Armand Serrano vervollständigen das Konzept.

Pressevorführung

Pressevorführung

Simon Pierro während seiner iPad-Show von Armand Serrano auf dem iPad gezeichnet


Da in Hongkong das iPad offensichtlich ebenfalls State of the Art und Halloween enorm angesagt ist, wird auch meine digitale Horror-Show begeistert vom Publikum angenommen. Nach vier Vorführungen ist schon wieder Schluss und das Abenteuer beendet.

Und hier Fernsehen made in Hongkong. Verstanden habe ich nicht viel, aber lustig war es mit den beiden Moderatoren: